DRL-BAUSTOFFPRÜFER
Die Task Force für den Bau
Worauf man sich einstellen sollte
Wer eine duale Ausbildung zum Baustoffprüfer/zur Baustoffprüferin absolviert, lernt überwiegend im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Ausbildungsbetriebe sind z.B. Betriebe der Bauwirtschaft und der Fertigteilindustrie. Für sie sind die Auszubildenden zusammen mit ihrem Team in Labors und auf wechselnden Baustellen tätig. Ob nun im Schwerpunkt Mörtel- und Betontechnik, Asphalttechnik oder Geotechnik – sorgfältig arbeiten sie von Anfang an: Sie nehmen Materialproben auf der Baustelle, werten diese im Labor aus und beurteilen die Beschaffenheit des Bodens. Oft arbeiten sie unter freiem Himmel. An Wechselbäder wie Regen, Kälte und sommerliche Hitze müssen sie sich im Zuge der Ausbildung gewöhnen sowie an die Zugluft.
Auf Baustellen und in Labors ist ein hohes Maß an Konzentration erforderlich. Nur so können Arbeitsaufträge zufrieden stellend ausgeführt und – beispielsweise bei der Arbeit mit Chemikalien – Unfälle vermieden werden. Um Verletzungen vorzubeugen, führen die Auszubildenden persönliche Schutz-
ausrüstungen mit sich, wie z.B.: Schutzhelm, -brille, Handschuhe und mitunter Gehörschutz gegen Maschinenlärm sowie Arbeitsschuhe mit Stahlkappen.
Angeleitet werden die angehenden Baustoffprüfer/innen von ihrem Ausbilder und erfahrenen Kollegen, die sie schrittweise an ihre Aufgaben heranführen. Bereits während der Ausbildung wird selbstständiges Arbeiten erwartet und das Ergebnis laufend kontrolliert. Die volle Verantwortung müssen die Auszubildenden noch nicht tragen: Dass die vorgefertigten Betonteile genau untersucht sind, die Menge der entnommenen Asphaltprobe für die Untersuchung ausreicht und der pH-Wert des Bodens genau überprüft wird, garantieren die ausgelernten Fachkräfte. Sie sind dafür zuständig, dass die zukünftigen Baustoffprüfer/innen aus ihren Fehlern lernen.
In der Berufsschule in Selb erarbeiten sich die Auszubildenden den theoretischen Hintergrund, den sie für die erfolgreiche Ausübung ihres Berufs benötigen. Der Unterricht, in dem selbstständiges Arbeiten im Vordergrund steht, ist in Lernfelder gegliedert. Die Auszubildenden lösen praxisorientierte Aufgaben, indem sie die Durchführung betrieblicher Maßnahmen planen, die Ergebnisse überprüfen, bewerten und gegebenenfalls korrigieren. Der Berufsschulunterricht in Fachklassen findet überwiegend „am Stück“ als Blockunterricht statt. Hier wird der Unterrichtsstoff eines Jahres in Blöcken von beispielsweise eins, zwei oder drei Wochen vermittelt. Findet der Blockunterricht nicht am Wohnort statt, sind die Auszubildenden während dieser Zeit z.B. in einem Internat untergebracht und dadurch von Familie und Freunden getrennt.
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und kann bei guten Leistungen verkürzt werden.
Ausbildungsform
Beim Ausbildungsberuf Baustoffprüfer/in handelt es sich um eine duale Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet. Der Beruf wird im Bereich Ingenieurbüros oder Materialprüfinstituten oder an Universitäten ausgebildet. Die Vertiefung in einem der Schwerpunkte Geotechnik, Mörtel- und Betontechnik oder Asphalttechnik erfolgt im dritten Ausbildungsjahr.
Ausbildungsaufbau
Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan
In den ersten 18 Monaten
Ausbildung im Betrieb und bei Bedarf in überbetrieblichen Ausbildungsstätten
- Anwenden von Informationssystemen und Kommunikationstechniken
- Planen, Vorbereiten und Steuern von Arbeitsabläufen, Arbeiten im Team
- Lesen und Anwenden technischen Regelwerken (normen)
- Anwenden von Arbeitsstoffen, Baurohstoffen, Bindemitteln, Mischungen und Recyclingmaterialien
- Durchführen von Probenahmen und Herstellen von Proben
- Anwenden von technischen Regelwerken
- Anwenden von Labortechniken
- Durchführen von Messungen und Prüfungen
- Verarbeiten, Auswerten, Aufbereiten und Dokumentieren von Prüfergebnissen
- Betriebswirtschaft, Kundenorientierung
- Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen
Ausbildung in der Berufsschule
- Baustoffprüfungen planen und vorbereiten
- physikalische Eigenschaften von Baustoffen bestimmen
- chemische Eigenschaften von Baustoffen ermitteln
- anorganische Bindemittel prüfen
- Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel prüfen
- Gesteine und Böden bestimmen und klassifizieren
- Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Gesteinskörnung bestimmen
Zwischenprüfung vor Ende des
2. Ausbildungsjahres
In den zweiten 18 Monaten
Ausbildung im Betrieb und bei Bedarf in überbetrieblichen Ausbildungsstätten
- Vertiefen der Kenntnisse aus den ersten 18 Monaten
- Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen
- Jeweils bezogen auf den Schwerpunkt Geotechnik, Mörtel- und Betontechnik oder Asphalttechnik: Anwenden von Arbeitsstoffen, Baurohstoffen, Bindemitteln, Mischungen und Recyclingmaterialien
- Durchführen von Probenahmen und Herstellen von Proben
- Anwenden von Regelwerken
- Durchführen von Messungen und Prüfungen
Ausbildung in der Berufsschule
- Rezepturen für Asphalt / Beton / Böden erstellen
- natürliche und künstliche Baustoffe, Mörtel, Estriche und Putze untersuchen
- Bodeneigenschaften bestimmen und Bodenkennwerte ermitteln
- Asphaltrezepturen erstellen
- Asphalt prüfen
- Frisch- und Festbeton prüfen
Abschlussprüfung nach dem
3. Ausbildungsjahr
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
- Grundsätzlich wird – wie bei allen anerkannten, nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Ausbildungsberufen – keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben.
- Die Betriebe stellen überwiegend angehende Baustoffprüfer/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Wichtig ist ein hohes Interesse für Genauigkeit, feinmotorisches Arbeiten, Teamorientierung.
Wichtige Schulfächer/Schulkenntnisse
Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zum Baustoffprüfer bzw. zur Baustoffprüferin bilden vertiefte Kenntnisse in den Schulfächern Physik, Chemie und Mathematik:
Angehende Baustoffprüfer/innen untersuchen die physikalischen Eigenschaften z.B. von Bauprodukten, Böden, Baurohstoffen und Bindemitteln oder bestimmen die chemischen Kenngrößen von Proben. Deshalb ist es wichtig, dass sie über physikalische und chemische Kenntnisse verfügen.
Berechnungen gehören für angehende Baustoffprüfer/innen zum Arbeitsalltag. So berechnen sie beispielsweise das richtige Verhältnis für Labormischungen.
Sonstige Erfahrungen, Fertigkeiten, Kenntnisse
Da die Auszubildenden ihre Untersuchungsergebnisse am Computer auswerten und auch Grafiken und Dokumentationen rechnergestützt erstellen, sind Kenntnisse und Erfahrungen in der Datenverarbeitung hilfreich.
Interessen
- Neigung zu prüfender und kontrollierender Tätigkeit (z.B. beim Einsatz im Baugewerbe: Biegezug-, Spaltungs-, Haftungs- und Druckfestigkeit von Betons oder Mörtel bestimmen)
- Neigung zu Präzisionsarbeit (z.B. Proben entsprechend Prüfvorgaben, Normtabellen und Gütevorschriften untersuchen)
- Neigung zu analysierendem Denken
- Neigung zum Umgang mit Daten und Zahlen
- Neigung zu systematischem Denken und planvollem Vorgehen
- Neigung zum Umgang mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen

Akkreditierungsnummer L477